In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Tracker, so nennt man Programme mit dem hauptsächlichen Ziel des Datensammelns und -verwertens, bei europäischen Webseiten zurückgegangen. Durch das Inkrafttreten der DSGVO sank die Zahl der Tracker laut einer gemeinsamen Studie von Ghostery und Cliqz von April bis Juli um circa 3,4%. Das Gegenbeispiel hierzu ist die USA, welche ohne eine DSGVO-ähnliche Verordnung ein Plus der Trackerzahlen um 8,29% zu verzeichnen hat.

Gerade News-Seiten als Heimat verschiedener Tracker
Weiß ein Unternehmen, welche Neuigkeiten Sie gerne lesen, ist es leicht, Sie in eine etwaige Interessensgruppe zuzufügen. Klicken Sie gerne auf politische Neuigkeiten und nie auf die Ergebnisse der Bundesliga wird Ihnen andere Werbung angezeigt als wenn Ihre News zu einem großen Prozentsatz aus Sportnachrichten bestehen. Gerade auf Newsseiten können Interessen leicht gefiltert und gar der regionale Standort mit dortigem Interessen bestimmt werden.
Dennoch gingen die Tracker auch hier zurück, ähnlich wie bei E-Commerce-Seiten und Reiseportalen.
Ein Fazit ist auf jeden Fall klar: Der Nutzer profitiert von geringeren Trackern, wodurch die Sicherheit der Daten von einem Minimum auf ein etwas gefestigteres Minimum steigt.
Doch ist das für den einzelnen Nutzer wirklich gewinnbringend?

Die DSGVO hilft Großkonzernen wie Google
Von den ganzen Verboten durch die DSGVO verschwinden zwar immer mehr einzelne Tracker, die großen Datenriesen wie Google profitieren allerdings davon. Durch die immensen Ressourcen von Google können diese die Anforderungen der DSGVO zur Genüge erfüllen, während kleinere Anbieter immer mehr von Unternehmen gemieden werden, welche „die sichere Schiene“ fahren möchten. Während Googles Reichweite um 0,933 % wuchs, machte beispielsweise Facebook einen Verlust von rund 6,5 %, weitere kleine Anbieter insgesamt über 30%, die alle zu Google abwanderten.
Von daher ist die Frage , ob es so sinnvoll ist, von immer weniger unterschiedlichen Trackern analysiert zu werden oder ob es auf der anderen Seite nicht gefährlich werden könnte, wenn sich das Datenmonopol Google noch weiter ausbreitet.